Cover Image
✎ von am Juli 28, 2025 -

Das Amber Proxy Tribunal:

Das Amber Proxy Tribunal System (APTS) ist ein radikaler biotechnologischer Ansatz, um Machtmissbrauch aufzudecken: Es erzeugt eine temporäre, genetisch exakte Replik einer beschuldigten Person, die aufgrund ihrer biologischen Programmierung nur die Wahrheit sagen kann. Durch neuronale Dekodierung und Gedächtnisreplikation offenbart der Proxy innere Absichten und Widersprüche, die herkömmliche Justizsysteme oft nicht erfassen. APTS soll gezielt gegen einflussreiche Personen eingesetzt werden, deren Handeln systemischen Schaden verursacht hat, und unterliegt strengen internationalen Kontrollen. Kritiker warnen vor Missbrauch, Befürworter sehen darin eine Revolution der Beweisführung – eine Möglichkeit, Macht endlich zur Rechenschaft zu ziehen. Der Proxy löst sich nach dem Verfahren biologisch auf und hinterlässt keine Daten, doch die Technologie wirft ethische Fragen auf: Wer kontrolliert die Wahrheit, und kann Gerechtigkeit erzwungen werden, wenn die Mächtigen sie verweigern?

Ein biotechnologischer Bauplan für Gerechtigkeit jenseits der Macht

In einer Zukunft, in der sich synthetische Biologie, neuronales Modellieren und forensische Datenfusion vereinen, steht das Amber Proxy Tribunal System (APTS) als eines der radikalsten Werkzeuge, das jemals vorgeschlagen wurde, um eine Frage zu beantworten, die die Menschheit nie vollständig lösen konnte: Wie kann man die wirklich Mächtigen zur Verantwortung ziehen?

Von unternehmerischem Fehlverhalten bis hin zu politischer Korruption hat die moderne Geschichte gezeigt, wie begrenzt traditionelle Justizsysteme sind, wenn sie mit der schieren Trägheit von Reichtum und Einfluss konfrontiert werden. Institutionen knicken oft ein unter der Last von PR-Manipulationen, Lobbyistenschutz oder dem simplen Verschwinden wichtiger Beweise. Mächtige Persönlichkeiten, denen systemischer Schaden vorgeworfen wird – sei es durch Ausbeutung von Arbeitskräften, Umweltzerstörung, Kriegsgewinnlertum oder Überwachungsmissbrauch – sind in zu vielen Fällen den Konsequenzen ihres Handelns völlig entgangen. Die Idee hinter APTS ist es, eine solche Flucht unmöglich zu machen.

Bildbeschreibung Im Kern ist das Amber Proxy Tribunal System ein theoretischer, legal-biotechnologischer Rahmen. Es schlägt die Verwendung eines bioengineerten Stellvertreters vor – einer lebenden, temporären und erinnerungsgetreuen Replik einer hochrangigen Person –, der die Wahrheit darüber aussagt, was diese wusste, fühlte und beabsichtigte. Mit Fortschritten in neuronaler Dekodierung, bio-3D-Druck und prozeduraler Gedächtnisreplikation ist der Proxy nicht einfach ein Klon oder ein Avatar. Er ist ein forensisches Instrument – eines, das wie das Original aussieht, sich bewegt und spricht, aber mit einer entscheidenden Einschränkung: Er kann nicht lügen.

Bildbeschreibung Der Proxy wird aus einer Kombination von DNA, Verhaltensarchiven, Konnektom-Annäherungen und biometrischen Daten erzeugt – Technologien, die bereits in ersten Ansätzen in der realen Welt existieren. Bioprinting-Pioniere wie Organovo und Cellink haben gezeigt, wie man lebensfähige Gewebestrukturen und sogar Organprototypen drucken kann. Neuronale Bildgebungsprojekte, wie die an der UC Berkeley, haben bereits damit begonnen, visuelle Bilder aus Hirnwellendaten zu rekonstruieren. Gleichzeitig deutet die prozedurale Gedächtnistheorie – die in der Sport-Neurowissenschaft weit verbreitet ist – darauf hin, dass motorische Muster und Reaktionen auch ohne bewusste Erinnerung physisch abrufbar sind. APTS führt diese Prinzipien theoretisch nur zu ihrem forensischen und ethischen Schluss.

Der Prozess ist streng reguliert. Ein Proxy wird nur mit Genehmigung eines internationalen Tribunals eingesetzt, das sich aus dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), dem UN-Menschenrechtsrat und einem unabhängigen Ethikrat der Bürger zusammensetzt. Er wird in einem kryogenen Biolabor nahe dem Gerichtsstandort gezüchtet und erst aktiviert, wenn er anatomische Reife erreicht. Das Aussehen des Proxys ist identisch mit dem des Subjekts, abgesehen von einem subtilen Bernsteinschimmer unter der Haut und einem schwachen biolumineszenten Leuchten in den Adern – ein visueller Hinweis darauf, dass man kein Menschenwesen, sondern einen lebendigen Beweis sieht. Bildbeschreibung

Wesentlich ist, dass der Proxy keine neuen Meinungen oder ein eigenes Bewusstsein generiert. Er versteht, warum er existiert, auf welchen Erinnerungszeitraum er Zugriff hat und dass seine Lebensspanne begrenzt ist. Seine innere Architektur enthält das, was Theoretiker als Intent-Transparency-Layer bezeichnen – eine Schicht, die nicht nur faktisches Verhalten, sondern auch die Abweichung zwischen öffentlichen Aussagen und privaten Motiven offenlegt. Wenn eine Person öffentlich erklärte, eine Politik sei aus humanitären Gründen erlassen worden, sie intern jedoch als Profitmaßnahme oder geopolitisches Manöver betrachtete, würde der Proxy letzteres zweifelsfrei widerspiegeln. Bildbeschreibung

Spekulative Anwendungen von APTS beziehen sich oft auf bekannte Fälle, um das Potenzial zu illustrieren. Man denke etwa an die kontroverse Übernahme von Twitter (X) durch Elon Musk. Musk behauptete, sein Motiv sei die Meinungsfreiheit gewesen, doch Kritiker wiesen darauf hin, dass ihm die Übernahme enorme Kontrolle über den digitalen Diskurs verschaffte – zu einer Zeit, als seine anderen Unternehmen intensiv reguliert wurden. In einem APTS-gestützten Tribunal würde ein Proxy von Musk nicht spekulieren oder sich verteidigen; er würde die internen Beweggründe dieser Zeit – ob altruistisch, strategisch oder opportunistisch – direkt dem Gericht präsentieren.

Bildbeschreibung

Im Fall des Purdue-Pharma-Opioidskandals könnte die Technologie die Gedächtnismuster und internen Gespräche der Führungskräfte rekonstruieren und bestätigen, ob sie die Suchtgefahr bewusst heruntergespielt haben. Ähnlich hätte im Fall von Jeffrey Epstein – einer Figur voller Vorwürfe, zum Schweigen gebrachter Opfer und offener Fragen – das APTS-Modell eine posthume Rekonstruktion geboten, um Gerichte Schlüsselereignisse vor seinem Tod noch einmal prüfen zu lassen, inklusive emotionaler Zustandsüberlagerungen und neuronaler Stressindikatoren, die auf äußere Bedrohungen oder Erpressung hinweisen.

Um die Wirkung des Systems weiter zu verdeutlichen, wird oft ein fiktiver Fall genannt: Lorian Kade, ein Tech-Magnat, dessen erneuerbares Energieimperium zusammenbrach, nachdem ein APTS-Proxy seine Absicht enthüllte, konkurrierende Technologien zu unterdrücken und Politiker zu bestechen – alles unter dem Deckmantel „grüner Beschleunigung“. Kades Prozess wurde zu einem medialen Wendepunkt. Der Proxy war ruhig, sachlich und unerschütterlich und erinnerte sich genau an Treffen, Bestechungsverhandlungen und interne Rechtfertigungen, bei denen Klimarhetorik als Schutzschild für Monopolbildung diente. Es war ein Meilenstein für das öffentliche Vertrauen und zeigte, dass selbst die Fassade moralischer PR dem Blick eines unbestechlichen Doppelgängers nicht standhält.

Bildbeschreibung Proxys sind so konstruiert, dass sie sich nach Gebrauch biologisch abbauen. Sobald ein Tribunal abgeschlossen ist, durchläuft der bioengineerte Körper einen programmierten Selbstauflösungsprozess, der nur eine neutrale, recycelbare Harzmasse hinterlässt. Es werden keine Langzeitdaten gespeichert, und es existiert kein dupliziertes Bewusstsein fort. Anders als Überwachungssysteme oder digitale Profile stellt APTS keine dauerhafte Überwachungsbedrohung dar. Es ist chirurgisch konzipiert: für eine spezifische Untersuchung, gebunden an einen präzisen Zeitraum und unfähig, außerhalb dieser Grenzen zu operieren.

Natürlich hat das Konzept Debatten ausgelöst. Bürgerrechtler warnen vor Präzedenzfällen: Könnte dies zur erweiterten Anwendung gegen politische Dissidenten führen? Wer garantiert, dass der Proxy nicht manipuliert wird? Befürworter entgegnen, dass APTS nicht für den Einsatz gegen Zivilisten, Demonstranten oder marginalisierte Gruppen entwickelt wurde. Seine Struktur – internationale Aufsicht, unabhängige Bürgerprüfung und wissenschaftliche Transparenz – beschränkt es auf Fälle, in denen Macht die Wahrheit historisch verzerrt hat. Es ist keine Massenüberwachung, sondern präzise Verantwortlichkeit.

Seine Unterstützer argumentieren, dass APTS das Beweisrecht des 21. Jahrhunderts ebenso neu definieren könnte, wie DNA-Beweise die Forensik des späten 20. Jahrhunderts revolutionierten. Was DNA für den Nachweis der Anwesenheit tat, könnte APTS für den Nachweis von Absichten leisten. Kein Raten. Keine eidesstattlichen Erklärungen. Keine plausible Abstreitbarkeit. Sondern die Wahrheit, rekonstruiert in der eigenen Stimme des Subjekts, in seinem eigenen Körper, unter biologisch erzwungener Ehrlichkeit.

Im Schatten einer sich beschleunigenden globalen Elite – die fähig ist, alles von Arbeitsgesetzen bis hin zu Kriegsnarrativen zu beeinflussen – wirft die theoretische Existenz von APTS eine provokante Frage auf: Sollte kein Maß an PR, Schweigen oder Vergleichen jemals ausreichen, um Verantwortung auszulöschen? Wenn den Mächtigen nicht zu trauen ist, dass sie selbst Rechenschaft ablegen, sollten vielleicht ihre Erinnerungen – destilliert, wiedergegeben und durch Wissenschaft geklärt – dies für sie tun.

Solange die Gesellschaft ungleich darin ist, wem geglaubt wird, bleibt der Amber Proxy nicht nur ein Werkzeug der Gerechtigkeit, sondern ein Symbol ihrer längst überfälligen Evolution.




speculatives

Analyse des Konzepts anhand von Designfiktion Kritierien.


#1 Bezug zur eigenen Lebenswelt
Das Konzept spricht universelle Erfahrungen mit Machtungleichgewichten an – jeder kennt Fälle, in denen Verantwortliche ungestraft davonkommen. Doch die biotechnologische Lösung wirkt zu abstrakt. Pragmatischer Ansatz: Statt futuristischer Proxys könnten reale Whistleblower-Systeme mit besserem Schutz und Blockchain-basierten Beweisketten die Lücke schließen.

#2 Relevanz gesellschaftlicher Themen
Korruption und Straflosigkeit sind hochaktuell, aber APTS verlagert das Problem in eine technokratische Utopie. Lösungsimpuls: Echte Reformen wie Lobbyregister, Vermögensrückverfolgung oder öffentliche Ethik-Tribunale wären greifbarer – und weniger dystopisch.

#3 Gestalterische Zuspitzung
Die Idee ist pointiert („biologisch erzwungene Ehrlichkeit“), aber die Machbarkeit überstrahlt die Kernfrage: Braucht es übermenschliche Mittel, um Gerechtigkeit zu erreichen? Stärkere Provokation: Eine Mini-Fiktion, in der Proxys auch für „Durchschnittsbürger“ eingesetzt werden, würde die Doppelmoral verdeutlichen.

#4 Symbolik und Metaphern
Der Bernsteinschimmer als Zeichen künstlicher Transparenz ist stark. Doch die Metapher des „lebenden Beweises“ wirkt zu glatt. Vertiefung: Symbolische Brüche könnten zeigen, wie der Proxy trotzdem manipulierbar bleibt – etwa durch Datenlücken oder selektive Erinnerungskonstruktion.

#5 Narrative Konsistenz
Die Regeln (kein Bewusstsein, begrenzte Lebensdauer) sind schlüssig, aber der Spannungsbogen fehlt. Nachbesserung: Ein Szenario, in dem ein Proxy unerwartet „versagt“ (z.B. durch unvollständige Daten), würde die Grenzen des Systems aufzeigen.

#6 Irritative Reibung
Die Idee irritiert, bleibt aber im Elfenbeinturm. Schärferer Kontrast: Was, wenn Proxys zuerst für marginalisierte Gruppen eingesetzt würden, um deren Glaubwürdigkeit zu „beweisen“? Das würde Machtverhältnisse umkehren und ethische Widersprüche entlarven.

#7 Varianz
Es fehlen Gegenentwürfe. Erweiterung: Alternative Designs wie kollektive Gedächtnisspeicher (Crowdsourced-Proxys) oder freiwillige Transparenz-Implants für Eliten würden das Spektrum erweitern.

Generelle Optimierung: Mehr Fokus auf reale Technologien (z.B. KI-basierte Verhaltensanalyse) und weniger auf biologische Science-Fiction würde die Glaubwürdigkeit erhöhen. Der Kern – Macht kontrollieren – bleibt stark, aber die Mittel wirken überkompliziert.

realistics

Reality Check anhand aktueller Studien und Forschung.


Technologische Machbarkeit

Aktuelle Fortschritte in Bioprinting (Organovo) und neuronaler Dekodierung (UC Berkeley) zeigen Potenzial, aber die Integration zu einem "Intent-Transparency-Layer" ist spekulativ. Gedächtnisrekonstruktion beschränkt sich auf motorische/sensorische Muster (z.B. Sportneurowissenschaft), nicht auf komplexe Absichten. Theoretische Grundlagen fehlen für die Extraktion von subjektiven Motiven aus biologischen Daten.

Ethische Risiken

Das Konzept überschreitet die Grenze zwischen Beweissicherung und Bewusstseinsmanipulation. Selbst bei "erinnerungsgetreuen" Proxies bleibt unklar, wie Intentionalität (philosophisch: Searle, Dennett) ohne subjektive Verzerrungen abgebildet werden kann. Die Idee einer "biologisch erzwungenen Ehrlichkeit" ignoriert, dass Erinnerungen konstruktiv sind (siehe Elizabeth Loftus’ Forschung zu falschen Erinnerungen).

Politische Implikationen

Internationale Tribunale als Kontrollinstanz sind fragil (Beispiel: IStGH-Streit um US-Sanktionen). Die Annahme, APTS würde nur gegen "die Mächtigen" eingesetzt, unterschätzt Machtverschiebungen – wer definiert, wer mächtig genug ist? Historisch wurden forensische Tools (z.B. DNA) oft gegen Marginalisierte instrumentalisiert (siehe Kritik an Predictive Policing).

Pragmatische Alternativen

Statt biotechnologischer Proxies:

  1. Stärkung digitaler Forensik: Blockchain-basierte Dokumentation von Entscheidungsprozessen (z.B. EU-Transparenzregister).
  2. Neuroethische Zeugenbefragung: Einsatz von fMRT zur Lügenerkennung mit Einwilligung (Modell: Indiens "Brain Electrical Oscillation Signature"-Tests, umstritten aber rechtlich erprobt).
  3. Whistleblower-Protokolle: Dezentrale Speicherung von Beweisen via Zero-Knowledge-Proofs (z.B. Signal-Protokoll für interne Dokumente).

Symbolische Wirkung vs. Realität

APTS als Gedankenexperiment entlarvt Machtasymmetrien, aber seine Umsetzung würde neue schaffen: Wer kontrolliert die Biolabore? Wer entscheidet über "wichtige" Fälle? Die Gefahr eines technokratischen Autoritarismus (Habermas’ Kritik an "Expertokratie") bleibt ungelöst.

Kurzfristiger Vorschlag: Nutzung existierender Tools (z.B. Leak-Plattformen) kombiniert mit strengerer Haftung für Konzerne (EU-Lieferkettengesetz als Vorbild). APTS bleibt dystopische Fiktion – aber seine Kernfrage (Wie Macht wahrhaftig darstellen?) treibt Reformen an.

👾

ᏰᏒᏋᏋᎴᏋᏒ LLM is working now...


metadata

pragmatics

Relektiert die Kernideen des Konzepts und generiert vereinfachte Varianten - die mit niederschwelligen Methoden und Materialien umsetzbar sind.


Minimalistisch
Ein einfacher Prototyp könnte mit einer Kombination aus Spracherkennungssoftware und einem physischen Modell realisiert werden. Eine Person spricht in ein Mikrofon, während eine KI (z. B. eine Open-Source-Sprachmodell-API) ihre Aussagen analysiert und auf Widersprüche zu früheren Äußerungen überprüft. Die Ergebnisse werden auf einem Bildschirm oder durch einfache Lichtsignale (grün für konsistent, rot für widersprüchlich) angezeigt. Als physische Repräsentation des "Proxys" dient eine Pappfigur mit einem Lautsprecher, der die analysierten Aussagen wiedergibt – ohne Möglichkeit zur Manipulation. Der Fokus liegt auf der direkten Erfahrung, wie Technologie Absichten hinter Rhetorik sichtbar machen kann.

Invertiert
Hier wird die Idee umgedreht: Statt einen Proxy zu erschaffen, der die Wahrheit erzwingt, wird ein Mechanismus entwickelt, der gezielt Lügen produziert. Ein simpler Prototyp könnte aus einem Sprachrekorder und einem Knopf bestehen. Die Nutzer:innen drücken den Knopf und sprechen eine Aussage – das Gerät zeichnet auf und spielt sie verändert zurück (Tonhöhe, Geschwindigkeit, hinzugefügte Wörter). Dadurch wird erfahrbar, wie leicht Aussagen manipuliert werden können, und die Frage aufgeworfen: Wenn schon einfache Technik Lügen erzeugt, wie verlässlich wäre dann ein komplexer "Wahrheits-Proxy"?

Transformiert
Der Prototyp übersetzt das Konzept in eine soziale Interaktion: Eine Gruppe erhält anonyme Zettel mit widersprüchlichen Aussagen einer fiktiven mächtigen Person. Die Teilnehmer:innen diskutieren, welche Version sie glauben und warum – ohne technische Hilfsmittel. Anschließend wird aufgedeckt, dass alle Aussagen vom selben "Autor" stammen. Dies hinterfragt die Grundannahme des APTS: Braucht es überhaupt Biotechnologie, oder reicht schon kollektives Misstrauen gegenüber Macht, um Wahrheit einzufordern? Der Prototyp provoziert, indem er die Verantwortung von Technik auf die Gesellschaft zurückverlagert.

ethics

Reflektiert die ethische Perspektive auf das Projekt - sucht und hinterfragt kritische blinde Flecken im Konzept und entwickelt erbauliche loesungsorientierte Fragestellungen.


Gesellschaftliche Machtverschiebung durch biotechnologische Gerechtigkeit

Das Konzept verspricht, Machtungleichgewichte auszugleichen, indem es Wahrheit erzwingt. Doch es könnte auch eine Kultur des Misstrauens fördern, in der biotechnologische Beweise über menschliche Urteile gestellt werden. Eine Lösung wäre, APTS nur als ergänzendes Werkzeug zu nutzen, das demokratische Prozesse stärkt, statt sie zu ersetzen.

Diskriminierung durch biotechnologische Kontrolle

Die Technologie könnte missbraucht werden, um gezielt bestimmte Gruppen zu überwachen oder zu bestrafen. Wer entscheidet, wer ein „mächtiger“ Angeklagter ist? Klare, transparente Kriterien und Bürgerbeteiligung bei der Auswahl der Fälle wären notwendig, um Willkür zu verhindern.

Reproduktion kolonialer Machtstrukturen

Wenn nur westliche Institutionen wie der IStGH über den Einsatz entscheiden, könnte APTS bestehende globale Machtgefälle verstärken. Eine diversere Aufsicht, einschließlich Vertreter:innen des Globalen Südens, wäre essenziell, um neokoloniale Tendenzen zu vermeiden.

Ökologische und globale Auswirkungen

Der Energie- und Ressourcenverbrauch für Bioprinting und neuronale Rekonstruktion könnte ökologisch belastend sein. Eine nachhaltige Umsetzung müsste erneuerbare Energien und Recyclingmethoden priorisieren.

Zugang und Barrierefreiheit

APTS könnte zum Elitenwerkzeug werden, wenn nur reiche Staaten oder Institutionen es nutzen können. Open-Source-Ansätze und internationale Finanzierung könnten sicherstellen, dass auch kleinere Länder Zugang haben.

Technologische Abhängigkeiten und Machtkonzentration

Hinter APTS stecken möglicherweise private Biotech-Firmen oder Regierungen mit eigenen Interessen. Unabhängige, öffentlich kontrollierte Forschung und Entwicklung wären nötig, um Manipulationen zu verhindern.

intrinsics

Reflektiert zugrundeliegende intrinsische Motivation des Projektes - untersucht diese kritisch und reflektiert mit erbaulichen Fragestellungen.


Die Lust an der Wahrheit: Warum wir uns nach unbestechlicher Gerechtigkeit sehnen

Menschen lieben Rätsel – aber noch mehr lieben sie Lösungen. APTS spielt mit diesem tiefen Bedürfnis nach Klarheit, indem es die Wahrheit nicht nur sichtbar, sondern unausweichlich macht. Wer würde nicht gern sehen, wie ein Lügengebäude in Echtzeit kollabiert? Doch was, wenn wir selbst die Proxys wären – unfähig, uns selbst zu belügen?

Biologie als Richter: Kann Technologie fairer sein als Menschen?

Gerichte sind fehlbar, Geschworene voreingenommen, Beweise manipulierbar. APTS ersetzt menschliche Urteilsschwäche durch biologische Präzision. Ein Proxy kennt keine Loyalität, keine Angst, keine Bestechung. Aber ist eine Maschine aus Fleisch und Blut wirklich neutral – oder spiegelt sie nur die Vorurteile ihrer Schöpfer?

Das Ende der PR-Fassaden: Wer würde überleben, wenn Absichten sichtbar wären?

Politiker, CEOs, Influencer – sie alle leben von der Diskrepanz zwischen Image und Realität. APTS reißt die Bühnenbilder ein. Doch was passiert mit einer Gesellschaft, in der niemand mehr strategisch lügen kann? Würden wir mehr Vertrauen gewinnen – oder in einem Meer unbequemer Wahrheiten ertrinken?

Ethik der Selbstzerstörung: Warum Vergänglichkeit Macht begrenzt

Der Proxy löst sich auf – keine ewige Überwachung, keine unsterblichen Daten-Doppelgänger. Eine radikale Abkehr vom digitalen Totalgedächtnis. Aber wer garantiert, dass diese Selbstzerstörung nicht umgangen wird? Und: Wäre ein dauerhafter Proxy nicht noch mächtiger – oder gefährlicher?

Die Illusion der Kontrolle: Wer überwacht die Wächter?

Ein internationales Tribunal entscheidet über den Einsatz. Klingt demokratisch – bis man fragt: Wer kontrolliert die Kontrolleure? Wenn APTS je Realität würde, wer verhindert, dass es zum Werkzeug der Mächtigen gegen die Ohnmächtigen wird? Geschichte wiederholt sich gern.

Vom Tribunal zur Revolution: Könnten Proxys die Demokratie neu erfinden?

Stell dir vor, jeder politische Entscheidungsträger müsste einen Proxy stellen – nicht nur bei Verbrechen, sondern bei jeder wichtigen Abstimmung. Keine geheimen Agenden, nur blanke Motive. Utopie oder Albtraum? Würden wir so viel Wahrheit ertragen – oder flüchten wir zurück in die Bequemlichkeit der Lüge?

Die letzte Frage: Wem würdest du vertrauen – deinem Gegenüber oder seinem Proxy?

Wenn dein Chef, dein Partner, dein Idol plötzlich einen Doppelgänger hätte, der nur die Wahrheit sagt – würdest du ihm ins Gesicht sehen? Oder ist die Illusion der Lüge das, was uns handlungsfähig hält?

network

Zeigt Verbindungen oder interessante Überschneidungen zu anderen Konzepten innerhalb dieser BREEDER Instanz.


null

Hier kommt dein Inhalt

Loaded php.ini: /var/www/vhosts/system/designfiction.turboflip.de/etc/php.ini
upload_max_filesize: 45M
post_max_size: 48M
TF
BREEDER
BIBO
PROTOMAT
LAB