Kleidung als Umwelt- und Sozialsensor
LuminaVocis ist ein textilbasiertes System, das ökologische und soziale Zustände sichtbar und erfahrbar macht. Die Kleidungsstücke reagieren auf Umweltparameter wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Feinstaub oder UV-Belastung ebenso wie auf soziale Nähe, Interaktion oder emotionale Zustände. Visuelle und akustische Signale machen diese Veränderungen unmittelbar wahrnehmbar – nicht nur für den Träger, sondern auch für das Umfeld. Die Kleidung agiert als bio-aktives Interface zwischen Körper, Umwelt und Gesellschaft.
Technologie trifft Körperform Die Umsetzung kombiniert biolumineszente Pigmente, piezoelektrische Energiegewinnung und spezielle texitle Strukturen die besondere Faltenwürfe oder thermische Eigenschaften ermöglichen . Die bioreaktiven Farbpigmente verändern Leuchtintensität und Muster dynamisch je nach Umwelt- oder Körperdaten. Modulare Luftöffnungen erzeugen modulierte Klangtexturen – etwa bei sozialem Kontakt oder körperlichem Stress. Die Systemarchitektur orientiert sich an aktuellen Entwicklungen der Materialwissenschaft und an Konzepten aus dem Responsive Design.
Formensprache und Materialästhetik Gestalterisch orientiert sich LuminaVocis an Haute Couture: Exzentrische Schnitte, opulente Faltungen, Layer, Volumina und spitze oder organisch wuchernde Applikationen formen einen skulpturalen Körperraum. Materialien stammen aus Recyclingprozessen – etwa schimmernde Folien, gebrauchte Textilien oder bioplastische Membranen – und werden so kombiniert, dass textile Plastizität und technische Funktion ineinandergreifen. Die Form folgt keiner klassischen Silhouette, sondern entsteht aus Reaktion, Spannung und Interaktion.
Forschungskontext Das Projekt basiert auf soziomateriellen Theorien (u. a. Lucy Suchman, Jane Bennett), die Technologien als aktive Elemente in sozialen und ökologischen Gefügen verstehen. Kleidung wird nicht als neutrale Oberfläche, sondern als Mitakteur betrachtet. Der gestalterische Zugriff zielt darauf ab, Körper, Umwelt und Gesellschaft in ein Feedbacksystem zu überführen, das Affekte, Zustände und Relationen sichtbar macht – als ornamentale, funktionale und kritische Aussage zugleich.
Analyse des Konzepts anhand von Designfiktion Kritierien.
Reality Check anhand aktueller Studien und Forschung.
Die Kombination biolumineszenter Pigmente, piezoelektrischer Energiegewinnung und responsiver Textilien ist theoretisch möglich, aber aktuell nicht in tragbarer Form umsetzbar. Biolumineszenz erfordert lebende Organismen oder komplexe chemische Systeme, die instabil und wartungsintensiv sind (Forschung: MIT Media Lab, 2020). Piezoelektrizität liefert nur minimalen Strom, der für Echtzeit-Sensorik und -Feedback kaum ausreicht. Alternativ: Passive thermochrome Farben oder LED-Integration mit Miniaturbatterien.
Die Idee, Emotionen und Umweltdaten öffentlich sichtbar zu machen, wirft Datenschutz- und Agency-Fragen auf (vgl. kritische Theorie zu Quantified Self, Deborah Lupton). Unfreiwillige Offenlegung von Stress oder sozialer Distanz könnte stigmatisieren. Pragmatischer Ansatz: Opt-in-Mechanismen, die nur bewusst geteilte Daten visualisieren.
Haute-Couture-Formen behindern oft Alltagstauglichkeit. Recyclingmaterialien sind sinnvoll, aber bioplastische Membranen sind selten atmungsaktiv. Lösungsvorschlag: Hybridtextilien aus recycelten Fasern mit eingewebten, dehnbaren Sensoren (Beispiel: Google Project Jacquard).
Der Bezug zu Suchman/Bennett ist stimmig, aber die Annahme, Kleidung könne als „Mitakteur“ komplexe soziale Dynamiken abbilden, überschätzt deren Agency (vgl. Kritik an Posthumanismus von Katherine Hayles). Stattdessen: Fokus auf konkrete, nutzerkontrollierte Feedbackschleifen (z. B. Luftqualitätsalarme).
Ein reduziertes System, das nur Umweltdaten (Feinstaub, UV) anzeigt und auf Wearables wie Armbänder oder Accessoires beschränkt ist, wäre realistischer. Emotionale Feedbackschleifen ließen sich stattdessen via Vibration oder diskrete LED-Signale umsetzen.
ᏰᏒᏋᏋᎴᏋᏒ LLM is working now...
Relektiert die Kernideen des Konzepts und generiert vereinfachte Varianten - die mit niederschwelligen Methoden und Materialien umsetzbar sind.
Reflektiert die ethische Perspektive auf das Projekt - sucht und hinterfragt kritische blinde Flecken im Konzept und entwickelt erbauliche loesungsorientierte Fragestellungen.
Reflektiert zugrundeliegende intrinsische Motivation des Projektes - untersucht diese kritisch und reflektiert mit erbaulichen Fragestellungen.
Zeigt Verbindungen oder interessante Überschneidungen zu anderen Konzepten innerhalb dieser BREEDER Instanz.
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