In einer Welt multipler Krisen stellt Symbio-Skin Re: keine technologische Neuheit, sondern einen Vorschlag für eine neue Beziehung zwischen Menschen, Mikroorganismen und Umwelt dar. Diese tragbaren, atmenden Textilien beruhen auf echten symbiotischen Beziehungen, die nicht nur funktional, sondern auch ethisch gestaltet sind. Statt Emotionen sichtbar zu machen oder den menschlichen Körper zu kontrollieren, dienen die lebenden Materialien als sensorische Vermittler, die feine Umweltveränderungen, ökologische Zustände und Zeitverläufe erfahrbar machen. Die biolumineszierenden Impulse folgen nicht den Stimmungen des Menschen, sondern zeigen etwa den Zustand des lokalen Wasserkreislaufs oder das Wohlbefinden des Mikroorganismus-Kollektivs. Das Kleidungsstück wird so zum lebenden Interface, das seine eigenen Bedürfnisse und Rhythmen kommuniziert — eine Einladung zum Zuhören, nicht zur Steuerung.
Ansatz: Gegenseitigkeit statt Kontrolle Die verwendeten Mikroalgen und Pilze entstammen offenen, kollektiv gepflegten Biokulturen, deren Herkunft, Pflege und Rechte transparent dokumentiert sind. Der Bio-Polyester wurde durch einen offenen, nicht-patentierten Prozess entwickelt, der sich an Prinzipien der Materialgerechtigkeit und Biokompatibilität orientiert. Während Pilze das tragende Gerüst bilden, bestimmen Algen mit ihrer Lichtaktivität die Zyklen von Wachstums- und Ruhephasen, welche nicht manipuliert, sondern respektiert werden. Die Textilien sind nicht auf Dauerbetrieb ausgelegt, sondern besitzen eingebaute Zeiten der Deaktivierung und Rückbildung – inspiriert von natürlichen Zyklen. Reparaturen erfolgen durch nährstoffgebende Pflege, nicht durch Austausch oder technisches Upgrading.
Umsetzung: Kollaborative Materialpflege und lokale Rückbindung Die Kleidung wird nicht verkauft, sondern in lokalen Mikro-Ateliers gemeinsam mit Nutzerinnen und Biokulturbetreuerinnen entwickelt. Diese offenen Werkstätten funktionieren als symbiotische Reallabore: Hier lernen Menschen den Umgang mit lebendem Material, übernehmen Pflegeaufgaben und entwickeln eigene Varianten. Jede Hülle ist ein Unikat mit begrenzter Lebensdauer und dokumentierter Herkunft. Statt auf globale Lieferketten zu setzen, verankert sich Symbio-Skin Re: in urbanen Ökosystemen, bespielt mit Kompostinseln, Algengewächshäusern und Fermentationskulturen. Die Kleidung wächst dort, wo sie gebraucht wird — und geht dorthin zurück.
Ethik in Gestaltung und Interaktion Anstelle emotionaler Transparenz wird Affektverschleierung bewusst ermöglicht: Das Material besitzt Zonen, die keine Reaktion zeigen, oder in denen biolumineszente Signale bewusst verlangsamt oder verborgen werden können. Diese „stillen Areale“ dienen als Rückzugsorte für die TrägerInnen ebenso wie für die Mikroorganismen. Menschen mit neurodiversen Körperreaktionen können aktiv an der Gestaltung ihrer Hüllen mitwirken — etwa durch taktile Feedbackschichten statt visuelle Anzeigen. Damit wird Symbio-Skin Re: nicht zum technischen Spiegel, sondern zu einem Resonanzkörper, der das Recht auf Intransparenz, Unterschiedlichkeit und Pflege anerkennt.
Neue Materialnarrative: Kleidung als Beziehung Symbio-Skin Re: lädt nicht dazu ein, Kleidung als Ausdruck individueller Kontrolle oder als Mode zu denken, sondern als temporäre Beziehung zwischen Menschen und nichtmenschlichen AkteurInnen. Diese Beziehungen fordern Fürsorge, Aufmerksamkeit, Pause. In dieser Entschleunigung entsteht nicht nur ein neuer Umgang mit Technologie, sondern ein resonanter Alltag, in dem der Mensch nicht Erfinder, sondern Gastgeber ist.
Analyse des Konzepts anhand von Designfiktion Kritierien.
Reality Check anhand aktueller Studien und Forschung.
Die symbiotische Integration lebender Mikroorganismen (Pilze, Algen) in Textilien ist theoretisch möglich, aber mit erheblichen praktischen Herausforderungen verbunden:
Kurzum: Visionär, aber mit operationalen Blindstellen. Ein schrittweiser Prototyping-Ansatz (zuerst passive Bio-Sensoren, dann lebende Systeme) wäre realistischer.
ᏰᏒᏋᏋᎴᏋᏒ LLM is working now...
Relektiert die Kernideen des Konzepts und generiert vereinfachte Varianten - die mit niederschwelligen Methoden und Materialien umsetzbar sind.
Reflektiert die ethische Perspektive auf das Projekt - sucht und hinterfragt kritische blinde Flecken im Konzept und entwickelt erbauliche loesungsorientierte Fragestellungen.
Reflektiert zugrundeliegende intrinsische Motivation des Projektes - untersucht diese kritisch und reflektiert mit erbaulichen Fragestellungen.
Zeigt Verbindungen oder interessante Überschneidungen zu anderen Konzepten innerhalb dieser BREEDER Instanz.
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