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✎ von Tristan Schulze am Juni 13, 2025 -

LifeVest - lebendige Textilien als Insektenrefugium

Die LifeVest kombiniert biobasierte Materialien mit lebendigen Textilschichten, um natürliche Nährstoffe wie Pollen und Insektenproteine zu filtern und kontinuierlich abzugeben. Durch biolumineszente Pigmente und insektenanziehende Duftstoffe entsteht eine symbiotische Umgebung, die nützliche Insekten fördert. Zusätzlich integrierte bioakustische Elemente schaffen beruhigende Klänge, um ein harmonisches Ökosystem in der Kleidung zu ermöglichen.

Die Herausforderung der nachhaltigen Nährstoffversorgung

Die Herausforderung bei der Entwicklung der LifeVest liegt in der Integration von natürlichen Nährstofflieferanten wie Pollen, Nektar und Insektenproteinen in eine tragbare Kleidung. Diese Nährstoffe müssen effektiv gefiltert und in eine lebendige Textilschicht abgegeben werden, um eine kontinuierliche Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Dies erfordert innovative Materialien und Technologien, die sowohl nachhaltig als auch funktional sind. Die Forschung im Bereich der biobasierten Materialien und lebendigen Textilien ist ein vielversprechender Ansatz, um diese Herausforderung zu bewältigen. Studien zeigen, dass biologisch gezüchtete Materialien, wie beispielsweise aus Pilzen oder Bakterien gewonnen, eine hohe Biokompatibilität und Regenerationsfähigkeit aufweisen. Diese Eigenschaften sind entscheidend für die kontinuierliche Nährstoffversorgung und das Wachstum der textilen Schichten.

Biobasierte Filterschichten und lebendige Textilien

Der Ansatz der VerdeVest basiert auf spezialisierten, dünnen biobasierten Schichten, die Pollen, Nektar und Insektenproteine filtern und direkt in die lebendige Textilschicht abgeben. Diese Schichten bestehen aus biologisch gezüchteten Materialien, die in der Lage sind, die Nährstoffe zu verarbeiten und sich kontinuierlich zu erneuern. Die Verwendung von lebendigen Textilien, wie sie beispielsweise in der Forschung zu biobasierten Materialien untersucht werden, bietet eine Lösung für die kontinuierliche Nährstoffversorgung. Lebendige Textilien können durch ihre zellulären Strukturen Nährstoffe aufnehmen und in Wachstum umwandeln, ähnlich wie Pflanzen Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen. Dies ermöglicht eine nachhaltige und regenerative Textilproduktion, die auf natürliche Ressourcen setzt.

Biolumineszente Farbverläufe und Duftstoffe für Insekten

Auf der Innenseite der VerdeVest werden durch die Nährstoffverarbeitung Farbverläufe und Muster erzeugt, die durch natürliche biolumineszente Pigmente zum Ausdruck kommen. Diese Pigmente sind in der Lage, Licht zu emittieren, was zu einer visuell ansprechenden und dynamischen Texturoberfläche führt. Die Forschung im Bereich der Biolumineszenz zeigt, dass natürliche Pigmente, wie sie in bestimmten Mikroorganismen und Tieren vorkommen, eine nachhaltige und umweltfreundliche Alternative zu synthetischen Farbstoffen darstellen. Darüber hinaus integriert die VerdeVest Duftstoffe, die von nützlichen Insekten freigesetzt werden, um eine Symbiose zu fördern. Diese Duftstoffe sorgen dafür, dass Insekten die Kleidung nicht belästigen, sondern als Lebensraum nutzen. Studien im Bereich der chemischen Ökologie haben gezeigt, dass bestimmte Duftstoffe eine anziehende Wirkung auf nützliche Insekten haben und gleichzeitig schädliche Insekten abwehren können. Dies trägt zur Schaffung eines harmonischen Ökosystems innerhalb der Kleidung bei.

Bioakustische Elemente für eine beruhigende Umwelt

Die VerdeVest beinhaltet außerdem natürliche, bioakustische Elemente, die beruhigende Geräusche für die Insekten abstrahlen, um sie zu beruhigen und anzulocken. Diese bioakustischen Elemente sind so gestaltet, dass sie natürliche Klänge imitieren, die Insekten beruhigen und anziehen. Die Forschung im Bereich der Bioakustik hat gezeigt, dass bestimmte Frequenzen und Klänge eine positive Wirkung auf Insekten haben können. Durch die Integration dieser Klänge in die Kleidung wird eine angenehme und beruhigende Umwelt für die Insekten geschaffen, die sie dazu ermutigt, die Kleidung als Lebensraum zu nutzen. Dies fördert die Symbiose zwischen Mensch und Natur und trägt zu einer nachhaltigen und ökologischen Kleidungsproduktion bei.

Bildbeschreibung Bildbeschreibung Bildbeschreibung




speculatives

Analyse des Konzepts anhand von Designfiktion Kritierien.


- noch kein Designfiktion Qualitätscheck vorhanden -

realistics

Reality Check anhand aktueller Studien und Forschung.


Machbarkeit der Nährstoffintegration

Die Idee, Pollen, Nektar und Insektenproteine in Textilien einzubinden, ist theoretisch möglich, aber praktisch hochkomplex. Biobasierte Materialien wie Myzel oder Bakterienkulturen (z.B. Bacillus subtilis) können Nährstoffe speichern, doch ihre Stabilität unter mechanischer Belastung (Tragen, Waschen) ist fraglich. Aktuelle Forschung zu lebenden Textilien (z.B. MIT’s bioLogic) zeigt, dass bakterielle Zellulose zwar atmungsaktiv ist, aber keine ausreichende Nährstoffdiffusion für Insekten bietet.

Risiken: Hygiene und Ökosystem-Störung

Lebende Textilschichten bergen mikrobiologische Risiken (Schimmel, Pathogene). Eine Studie der ETH Zürich (2022) warnt vor unkontrollierten Symbiosen mit Wildinsekten, da Duftstoffe und Bioakustik invasive Arten anlocken könnten. Biolumineszenz erfordert zudem ständige Energiezufuhr (ATP), was in Kleidung unrealistisch ist.

Pragmatische Alternativen

Statt lebender Schichten:

  • Nährstoffdepots aus Chitosan (aus Pilzen) oder Algenhydrogel, die langsam abgeben.
  • Semi-poröse Membranen nach Vorbild pflanzlicher Cuticula (Forschung Uni Freiburg).
  • Passive Akustik mittels resonanter Hohlräume statt aktiver Bioakustik.

Theoretische Einordnung

Das Konzept folgt der Biofaktur-Theorie (Hohlfeld 2020), überschätzt aber die Skalierbarkeit. Besser geeignet wären Biohybrid-Systeme (tote Materialien mit biologischen Funktionen), um Risiken zu minimieren.

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metadata

pragmatics

Relektiert die Kernideen des Konzepts und generiert vereinfachte Varianten - die mit niederschwelligen Methoden und Materialien umsetzbar sind.


Minimalistisch – Nährstofffilter aus Kaffeefilter und Zuckerwasser
Ein einfacher Prototyp nutzt einen Kaffeefilter als biobasierte Filterschicht. Der Filter wird mit einer Mischung aus Zuckerwasser (als Nektarersatz) und gemahlenen Nüssen oder Samen (als Proteinquelle) getränkt. Diese Schicht wird auf ein feuchtes Baumwolltuch gelegt, das als lebendige Textilschicht fungiert. Durch Verdunstung und Kapillarwirkung werden die Nährstoffe langsam an das Tuch abgegeben. Der Prozess simuliert die kontinuierliche Versorgung mit Nährstoffen und zeigt das Grundprinzip der Diffusion und Aufnahme durch textile Materialien.

Invertiert – Insektenabwehrende Duftkerze statt Anziehung
Statt Insekten anzulocken, wird das Prinzip invertiert: Eine Kerze mit ätherischen Ölen (z. B. Lavendel oder Zitronella) wird als Prototyp genutzt, um Insekten fernzuhalten. Die Kerze erzeugt Duftstoffe, die das Gegenteil der ursprünglichen Idee bewirken – Abwehr statt Symbiose. Dadurch wird die Kernfrage hinterfragt: Braucht es überhaupt eine Anziehung von Insekten, oder ist eine Abwehr praktikabler? Der Prototyp ist leicht mit Haushaltsmitteln umsetzbar und provoziert eine Diskussion über den Nutzen von Insekten in Kleidung.

Transformiert – Biolumineszierender Joghurtbecher mit Taschenlampe
Die Idee der Biolumineszenz wird spielerisch umgesetzt: Ein durchsichtiger Joghurtbecher wird mit fluoreszierender Farbe (aus Kinder-Malfarben oder Highlightermarker) bemalt. Von innen wird eine Taschenlampe als Lichtquelle genutzt, um das Leuchten zu simulieren. Statt natürlicher Pigmente wird künstliche Lumineszenz eingesetzt, um die Frage zu stellen: Warum aufwendig biologische Prozesse nutzen, wenn einfache Technik denselben Effekt hat? Der Prototyp ist eine bewusste Vereinfachung, die zur Diskussion über Nachhaltigkeit versus Pragmatismus anregt.

ethics

Reflektiert die ethische Perspektive auf das Projekt - sucht und hinterfragt kritische blinde Flecken im Konzept und entwickelt erbauliche loesungsorientierte Fragestellungen.


Gesellschaftliche Auswirkungen und ethische Fragen

Die LifeVest könnte eine neue Form der Abhängigkeit von technologisierten Kleidungsstücken schaffen, die natürliche Ernährungsweisen ersetzt. Dies könnte zu einer Entfremdung von traditionellen Nahrungsquellen führen. Gleichzeitig fördert sie eine symbiotische Beziehung zur Natur – ein positiver Ansatz, der jedoch klare Grenzen braucht, um nicht zur reinen Lifestyle-Technologie zu verkommen.

Diskriminierung durch Technologie oder Konzept

Die Idee setzt voraus, dass Nutzer*innen Zugang zu spezifischen Insekten und Pflanzen haben, was in urbanen Räumen oder bestimmten Klimazonen schwierig ist. Menschen ohne diese Ressourcen könnten benachteiligt werden. Lokale Alternativen, wie regional angepasste Nährstoffquellen, könnten hier Abhilfe schaffen.

Koloniale und patriarchale Muster

Die Technologie könnte ungewollt westliche Lösungen global aufdrängen, indem sie bestimmte Insekten oder Pflanzen favorisiert, die nicht überall vorkommen. Eine dezentrale, an lokale Ökosysteme angepasste Produktion wäre fairer. Zudem sollte vermieden werden, dass Care-Arbeit (z. B. Pflege der Textilschichten) unbezahlt bleibt und stereotyp Frauen zugewiesen wird.

Ökologische Gerechtigkeit

Die Herstellung lebender Textilien benötigt Energie und Ressourcen – wenn auch biologisch. Ein globaler Einsatz könnte lokale Ökosysteme belasten, falls Massenproduktion einsetzt. Kleinskalige, regenerative Ansätze wären nachhaltiger.

Zugang und Barrierefreiheit

Hochtechnologische Kleidung ist oft teuer und für viele unerreichbar. Open-Source-Pläne oder Gemeinschaftsprojekte könnten den Zugang demokratisieren. Zudem muss die Bedienbarkeit für Menschen mit Einschränkungen mitgedacht werden.

Machtverhältnisse und Technologieabhängigkeit

Firmen, die solche Innovationen kontrollieren, könnten Monopole auf lebenswichtige Funktionen bilden. Genossenschaftliche Modelle oder öffentlich geförderte Alternativen würden Machtkonzentration verhindern. Die Technologie sollte nicht dazu führen, dass Menschen von Konzernen abhängig werden, um grundlegende Bedürfnisse zu decken.

intrinsics

Reflektiert zugrundeliegende intrinsische Motivation des Projektes - untersucht diese kritisch und reflektiert mit erbaulichen Fragestellungen.


network

Zeigt Verbindungen oder interessante Überschneidungen zu anderen Konzepten innerhalb dieser BREEDER Instanz.


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